Escrima

Im Serrada Escrima gilt es vorrangig den Gegner zu sich kommen zu lassen, statt blind in den Angriff hinein zu laufen. Dabei spielt die Medio- Distanz die wichtigste Rolle.

Drei verschiedene Distanzen werden im Serrada Escrima benutzt bzw. kommen im Verlaufe eines Kampfes immer vor.

1. Larga (lange Distanz)
2. Medio (mittlere Distanz)
3. Corto (nah Distanz)

Die Einteilung dient aber in erster Linie der Lernstruktur.

Escrima

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01 Geschichte

Die Kampfkünste Südostasiens haben eine lange Tradition, an deren Anfang zumeist jedoch ein realer Kampf stand, bei dem es nicht selten um Leben oder Tod ging. Die Philippinen erlebten eine sehr wechselvolle Geschichte, denn immer wieder kamen andere Besatzer und Aggressoren.

Unter ihnen waren auch einige europäische Mächte, hier vor allem die spanischen Conquistadores im 16. Jahrhundert. Zu dieser Zeit erlebte Escrima (Escrima kommt aus dem Spanischen und bedeutet Fechten), wie die Spanier jetzt diese heimische Kampfkunst nannten, eine Bewährungsprobe.

Escrima

Die große spanische Eroberung begann durch den Seefahrer Ferdinand Magellan 1521 auf der Insel Cebu, damals eine bedeutende Handelskolonie arabischer und chinesischer Kaufleute.

Nach ersten erfolgreichen Missionierungsversuchen wurde Magellan unvorsichtig. Bei dem Versuch, die Insel Mactan zu erobern, wurde er bereits im flachen Wasser von philippinischen Kriegern unter der Führung Häuplings Lapu-Lapu empfangen.

Die Spaniern waren in ihren schweren Eisenrüstungen aufgrund ihrer Unbeweglichkeit chancenlos und wurden vernichtend geschlagen. In diesen kriegerischen Zeiten entwickelten sich im Verborgenen viele der heutigen zahlreichen Stile und Systeme der Philippinischen Kampfkünste. Einige Stile wurden nach einer bestimmten Taktik oder Kampfmethode benannt (z.B. Serrada Escrima, Lameco Escrima), wieder andere nach ihrem Herkunftsgebiet (z.B. Mindanao Escrima). Großmeister Feliscimo Dizon trug maßgeblich zur Perfektionierung des Serrada Escrima bei.

Sein System basierte auf Körpergefühl und stabile Blöcke. Er war der erste, der die "Cave of Doom" bezwang. Es handelte sich hierbei um eine Höhle, die zu durchschreiten war.

Escrima

Tückisch waren die Dunkelheit, ein etwa 30cm tiefer Fluß, der durch die Höhle führte und die wilde Vegetation, bei der sich allein durch Berührung Baumwurzeln wie Peitschen lösen konnten. Dizon wollte aber mehr, er wollte unter dem besten lebenden Escrimador, einem menschenfeindlichen Einsiedler, den Serrada Stil studieren (vom spanischen Cerrada, Verb "cerra" heißt schließen), eine Nahkampfdisziplin bzw. schließende Kampfkunst par Excellence.

Um auf die Insel zu gelangen, auf der der Einsiedler lebten, mußte Feliscimo Dizon durch eine unterirdische Höhle tauchen ohne von den dort lebenden Haien angefallen zu werden. Nach einigen Monaten kehrte er nach Cebu zurück. Dort hörte er von einer blinden Moro Prinzessin, die eine unglaubliche Escrimadora sei.

Bevor er das Dorf erreichte, wurde er von Wachen angegriffen, doch Feliscimo wehrte alle ihre Pfeile, Klingen und Stöcke ab. Daraufhin wurde er ins Dorf eingeladen und die Prinzessin war bereit, ihn in der Kunst des "no vision fightings" zu unterweisen.

02 Großmeister Angel Gabales

Angel Gabales

Auch Bruce Lee lernte das Escrima sowie den Umgang mit den Nunchakos. Diese setzte er dann in seinen Filmen wie "Enter the Dragon" (Der Mann mit der Todeskralle) ein. Auch in seinen anderen Filmen fügte er immer wider einige Kampfsequenzen mit philippinischen Waffen ein. Das hatte zur Folge, daß die bis dahin in Vergessenheit geratenen philippinsichen Kampfkünste eine Renaissance erlebten.

Angel Cabales wurde als Sohn einer wohlbekannten Famile am 4. Oktober 1917 in Cebu auf den Philippinen geboren und lernte bereits in früher Kindheit, sich auf der Straße zu behaupten und zu überleben. Er entwickelte im Laufe der Zeit eine effektive Verteidigungstechnik, die auf der richtigen Balance und Körperpositionen aufbaute und die ihn weithin berühmt machte.

Eines Tages besuchte ihn der berühmte Escrimador Feliscimo Dizon, genannt "Dimasalang", der "Unberührbare". Er hatte von den Künsten Angel´s gehört und war neugierig, ihn kennenzulernen. Die beiden wurden enge Freunde und Feliscimo lehrte Angel 20 Jahre lang seine Techniken. Sie wurden oft von ehrgeizigen Kämpfern herausgefordert, aber nie besiegt.

Von Angel Cabales Leben kennen wir insbesondere die sagenhaften Geschichten seiner Zweikämpfe. Angel arbeitete in jungen Jahren für eine Zementfabrik in Manila. Dort wurde er ständig von einem der älteren Mitarbeiter aufgrund seiner zierlichen Gestalt verspottet. Zunächst ignorierte Angel dessen Unverschämtheiten, doch irgendwann gab er Widerworte.

Wütend schnappte sich daraufhin der Rabauke ein dickes Brett, ging auf Angel los und drohte, ihm alle Knochen zu brechen. Angel wiederum schnappte sich einen Stock. Sein Abwehrblock war so stabil, daß der Gegner seine Waffe fallen lies. Innerhalb einer Sekunde hatte Angel seinen Arm mehrmals getroffen und sein Gegner winselte um Gnade.

Es war Angels Traum, nach Amerika zu gehen. Zum Abschied wollte er noch einmal seine Familie in Barrio Igania besuchen. Unterwegs nach hause wurde er von einem anderen Reisenden gestoppt, der ihn zum Zweikampf herausforderte. Zu Angels Überraschung gelang es dem Herausforderer, seinen Schlag abzuwehren und zu kontern.

Angel brauchte ganze 11 Sekunden, bis er seinen Gegener ausgetrickst hatte und dieser eine Lücke lies, so daß Angel 3 Treffer landen konnte und ihn damit kampfunfähig machte. Da ein Kampf für Angel Cabales normalerweise nicht länger als 3-5 Sekunden dauerte, blieb ihm dieser Zweikampf als Ausnahme in Erinnerung. Sein Start in Amerika war nicht der friedlichste.

Angel begann in Alaska für eine Fischfabrik zu arbeiten. An einem Abend kurz vor Weihnachten saß er mit einigen philippinischen Freunden zusammen. Sie zählten ihr Einkommen und schmiedeten Zukunftspläne. Dabei wurden sie von 5 Kanadiern beobachtet, die es für eine günstige Gelegenheit hielten, die Gruppe zu überfallen.

Angel bemerkte die Gefahr rechtzeitig und holte sein Messer. Jedoch konnten ihn seine Freunde überreden, nur einen Stock zu nehmen, um nicht im Gefängnis zu landen. Die Kanadier mit durchschnittlich 1,85m und 110kg glaubten, leichtes Spiel mit dem Männchen zu haben, welches mit seinen 1,55m und 45kg und einem Stock in der Hand vor ihnen stand.

In Sekundenschnelle waren sie besiegt und rannten verletzt weg bis auf einen, der bewusstlos liegenblieb. Angel wurde daraufhin von der Polizei festgenommen, jedoch wieder freigelassen, als feststand, daß der Mann überleben würde. Bedingung war, daß er Alaska verließ und nach Kalifornien ging.

Insgesamt hatte er über 1000 Schüler, dennoch war sein Stil in der Szene nicht so bekannt. Ein Grund dafür könnte sein, daß er nie eine sportliche Wettkampfvariante entwickelte, sondern bei seinem kompromißlosen Selbstverteidigungsstil blieb. Einer seiner vertrautesten Schüler außerhalb seiner Familie war J.C. Cabiero, der sich absolut mit Angels Stil identifiziert.

Nach dem Tod von Angel Cabales am 3. März 1991 wurde es eine Weile still um das Cabales Serrada Escrima. Seit einiger Zeit widmen sich eine Reihe Seniorschüler der Verbreitung und Erhaltung der Lehre von Angel Cabalesdes, wie beispielsweise auch Jimmy Tacosa, sowie seine beiden Söhne Johnny und Vincent Cabales.

Aus "The Pure Art of Cabales Serrada Escrima" mit freundlicher Genehmigung von J.C. Cabiero. Das Programm der Wu-Te Akademie kann Ihnen in vielen Lebenslagen helfen, sich positiv zu verändern. Lernen Sie die Vielseitigkeit der asiatischen Bewegungskünste kennen!

03 JC Cabiero

JC Cabiero

JC Cabiero wurde in Angeles City (Province of Luzon) geboren. Seine Mutter stammt aus Mindanao, sein Vater aus Samar. Sein erster Kontakt mit den philippinischen Kampfkünsten kam durch seinen Vater, der ihm die Cincoteor-Messertechniken beibrachte.

1964 zog die Familie nach Californien. Er diente der US Army in Vietnam. Nach seiner Rückkehr 1972 suchte er einen Ausgleich, die asiatischen Kampfkünste inspirierten ihn jedoch nicht. Ein Filipino gab ihm den Tip, den einzigen wahren Escrimador in den USA aufzusuchen, Angel Cabales in Stockton.

Bereits am nächsten Morgen machte sich J.C. Cabiero auf den Weg. Nach kurzer Zeit hatte er sich zu Angel Cabales´ Schule durchgefragt. Fasziniert beobachtete er den Unterricht, Angels Bewegungen schienen ihm zugleich graziös wie ein Tänzer, kraftvoll wie ein Löwe und blitzschnell. Seine Schläge waren kontrolliert und präzise und Angel Cabales schien nie zu ermüden.

Ihm war klar, daß dies der Stil war, den er erlernen wollte und keinen anderen. Einer der Schüler stellte J.C.Cabiero bei Angel vor. Die beiden begannen sich gleich in Tagalog zu unterhalten und kennenzulernen und anzufreunden.

Angel war bereit ihn zu unterrichten. Ihm gefiel, daß J.C.Cabiero sich den phillipinischen Traditionen verpflichtet fühlte. Seine Liebe und Verbundenheit zum Angel Cabales Serrada Escrima ist für ihn nun Verpflichtung, diesen Stil zu verbreiten, damit das Wissen erhalten bleibt. Mit seinem Buch "The Pure Art of Cabales Serrada Escrima" machte er den Anfang.

Ein Video "The Foundation" ist in Vorbereitung. In weiteren Büchern, Videos und Seminaren und natürlich durch persönliches Training wird sich J.C.Cabiero der weiteren Verbreitung des Stils widmen.

Unter dieser so einzigartigen Kampfkunst verbergen sich die vier Hauptsysteme des Angel Cabales Serrada Escrima´s:

  • 1. Largo Mano / Ilustisimo
  • 2. Espada y Daga
  • 3. De Cuerdas
  • 4. Cadena de Mano

Die weiteren Systeme sind:

  • Sinawali
  • Redonda
  • Abaniko
  • Sticky- Sticky
  • Daga de Mano

Sifu Gülund das Wu-Te Team

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